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Meine persönliche Schreibwerkstatt
Der Spiegel 

Jeden Morgen das gleiche Spiel. Ich werde aus dem Schlaf gerissen und mit dieser grellen Lampe geblendet. Dann kommt der Junge ins Bad, ich werde  bespritzt und beschmiert. Das geht soweit, dass ich fast nichts mehr sehen kann.

Mein Blick ist verschwommen und an mir haftet der Geschmack von Zahnpasta. Zum Glück benutzt er eine mit Erdbeergeschmack, den kann ich morgens gerade noch ertragen. Manchmal kaufen die auch  welche mit Kräutern, die geht morgens auf nüchterne Sicht ja gar nicht. Als nächstes kommt der Vater der Familie zur Morgentoilette. Von ihm bekomme ich nur wenige Wasserspritzer ab, denn er steht weit genug von mir weg von mir. Aber, was soll ich euch erzählen, was der immer für komische Fratzen beim Rasieren macht. Da sieht der echt lächerlich aus. Als letztes kommt die Frau. Sie nimmt immer zuerst einen weichen Lappen und beseitigt die Spuren der übrigen Familienmitglieder. Da ist sie ganz sanft zu  mir und ich kann endlich wieder strahlen. Diese Streicheleinheiten genieße ich sehr. Als Dank bekommt sie von mir ein lächelndes Spiegelbild zurück.

 

Übungsaufgabe aus dem Projekt "Ein Roman in einem Jahr" 2008

(C) H. Krause

 
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