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Meine persönliche Schreibwerkstatt

Der Gegner der Prota

Jetzt sitzt sie schon wieder in der Küche und schreibt. Muss das denn sein? Warum schreibt sie überhaupt, es gibt doch genug anderes, womit sie sich beschäftigen könnte. Sie könnte mal wieder die Wohnung aufräumen und saubere Socken habe ich auch keine mehr. "Ich will einen Roman schreiben", hat sie gesagt. So ein Quatsch. Es gibt doch genug Bücher. Ich bin ja mal gespannt, wie lange sie durchhält. Hm, obwohl, eine Geschichte ist ja sogar schon veröffentlicht. Na, ja, interessiert mich nicht. Das Einzige, was ich lese, ist die Zeitung.
Die Zeit, die sie mit dem dauernden Schreiben vertrödelt könnte sie mir helfen, da hätten wir beide was davon. Die Arbeit bekommen wir wenigstens bezahlt. Sie gibt immer nur Geld aus. Laufend kauft sie Bücher über ihr neues Hobby.
Jetzt hat sie sich auch noch im Internet einem Forum angeschlossen. "Das sind alles Autoren", hat sie gesagt. Das gefällt mir gar nicht. Da ist so ein Kerl, der laufend was wegen Webseiten wissen will.
Ich muss mir unbedingt was einfallen lassen.
Morgen im Büro werde ich sie mit richtiger Arbeit beschäftigen. Zuerst werde ich sie bitten, die Änderungen, die heute gekommen sind, auf der Webseite der Stadt zu erledigen. Ja, und dann, dann könnte sie meine eigene Webseite auffrischen. In diesem Zuge werde ich ihr noch sagen, dass die Bilder von unserem letzten Stadtfest ins Netz gestellt werden müssen.
Damit sollte sie fürs Erste ein paar Tage beschäftigt sein.
Ich werde ihr die Flausen, einen Roman schreiben zu wollen, schon austreiben.

Übungsaufgabe aus dem Projekt „Ein Roman in einem Jahr“ 2008
© H. Krause

 
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